Bahn-Fehlkommunikation auf allen Gleisen 
Dienstags ist es ohnehin immer günstiger, wenn ich früher nach Hause komme. Heute kam ich gut von der Arbeit los und hatte noch ein paar Sachen, die ich unterwegs weiter bearbeiten konnte. Alles bestens eigentlich. S-Bahn kam, der Zug fuhr ab - bis Frankfurt West. Und dann ging es nicht mehr weiter.
Gut, kann passieren, ist ja auch sonst in letzter Zeit eher selten gewesen. Gegenüber fuhr der Zug Richtung Siegen ein, einige sprinteten raus. Ich nicht, da dieser Zug nicht über Gießen fährt. Um 17:22 sollte der folgende ab Hauptbahnhof fahren. Vom Schaffner hörte ich, dass er wegen eines außerplanmäßigen Halts angefragt hat. Trotzdem: ich könnte mit der nächsten S-Bahn zurück, um sicher zu gehen, wirklich mitzufahren und außerdem einen Sitzplatz zu bekommen.
Auf halbem Weg kam mir ein Bahner entgegen und meinte, vielleicht würde es jetzt gehen. Minuten vergingen, bis die Durchsage kam, es klappe doch nicht. Jetzt war auch die S-Bahn weg. Um 17:20 kam dann auch die Durchsage, der 17:22er würde nicht halten. Schlechter könnte es jetzt echt nicht laufen.
Der nächste Zug sei um 17:36 da, mit dem ich zusammen mit hunderten anderer generverter Pendler eine Stunde später als geplant in Gießen ankäme.

Im Folgezug schaffte der Schaffner zumindest in seinem Umfeld gute Laune, indem er Verständnis zeigte, über andere kuriose Pannen plauderte und sich selbst wunderte, dass er von "oben" nicht ein Wort von den zusteigenden Hundertschaften gehört hatte.

Vielleicht würde Job Rotation der Bahn etwas frischeren Wind verschaffen. Ich wünsche mir jedenfalls mehr Schaffner von diesem Schlag.


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Vandalen 
Diebstahl, Randale, brennende Fahrzeuge - da denkt man doch eher, an Bürgerkrieg und politische Unruhen, oder? Nein, hier meine ich den gießener Fahrradständer am Bahnhof. Am Freitag kam ich nach einem langen Arbeitstag zurück und sah dort etwas brennen. Beim Näherkommen erkannte ich ein Fahrrad als Brandherd! So viel brennbares Material hat so ein Drahtesel ja gar nicht, aber der Sattel brannte lichterloh. Eine Frau sagte mir, vorher hätten dort einige gröhlende Jugendliche gestanden, die plötzlich weggelaufen seien. Kurz darau sah sie den Feuerschein und alarmierte die Polizei, die mit einem Kännchen Wasser Schlimmeres verhinderte.
Was mich nachdenklich stimmte: hätte dies Rad nicht morgens schon dort gestanden, hätte ich meins genau dort angeschlossen. So stand es einen Platz weiter ...

Andere Szene: immer wieder sehe ich aufgeschnittene oder geknackte Schlösser an den Fahrradständern liegen, was in mir beim Abschließen schon immer ein mulmiges Gefühl erzeugt. Ein solches "Prachtstück" lag heute morgen fotogen im Sonnenschein. Es war ein längeres, einen guten Zentimeter dickes Drahtseilschloss, das offensichtlich durch eine Drehtechnick geknack wurde. Mit einem stabilen und hinreichend langem Hebel dreht jemand so lange, bis es zerbricht. Ein Profi könnte das wahrscheinlich in wenigen Minuten erledigen.

Seit einiger Zeit verwende ich jetzt schon mein ABUS-Schloss vom "guten" Fahrrad auch für mein Bahnhofsfahrrad, da ich letzteres häufiger fahre und eben oft an besagtem Ständer abstelle. Von meinen drei verlorenen Rädern in Gießen stand eins hier.
Ein Hoffnungsschimmer am Horizont ist ein Fahrradparkhaus, das möglicherweise beim Umbau des Bahnhofvorplatzes gebaut wird. Ein Student machte kürzlich unter den Radparkern eine Umfrage zum voraussichtlichen Nutzungsverhalten. Da ich in Bielefeld mit einem Fahrrad-Parkhaus, wie sie in NRW großflächig betrieben werden, bereits sehr gute Erfahrung gemacht habe, verspreche ich mir auch hier viel von einer Überdachung, gepflegten Fahrradständern und vor allem jemandem, der alles überwacht. Vielleicht kann ich dann sogar eines Tages mit meinem guten Rad fahren, was mir deutlich mehr Spaß machen würde.


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